Wahrscheinlichkeit und Gesetz der großen Zahlen

Wahrscheinlichkeit

Beim Durchführen eines Zufallsexperiments tritt jedes Ergebnis x mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf.
Diese bezeichnen wir mit P(x).

P ist also eine Funktion, die jedem Ergebnis x eine Zahl von 0 bis 1 zuordnet.
0 meint dabei, dass ein Ergebnis nicht auftreten kann und
1 meint dabei, dass das Ergebnis immer auftritt.

Es gilt, je höher diese Zahl von 0 bis 1 ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass das Ergebnis beim Durchführen des Zufallsexperiments auftritt.

Wahrscheinlichkeit in %

Anstelle einer Zahl von 0 bis 1, kann man genauso die Wahrscheinlichkeit in Prozent aufschreiben.
Dabei gilt zum Beispiel:


Tipp: Verschiebe das Komma einfach immer um zwei Ziffern, wenn du zwischen den Angaben wechseln möchtest.

Münzwurf

Warum werfen wir eine Münze, wenn wir Entscheidungen durch Zufall entscheiden wollen? Weil wir davon ausgehen, dass sowohl das Ergebnis Kopf als auch Zahl eine Wahrscheinlichkeit von 50% besitzen. Es gibt also zwei Möglichkeiten mit, welche beide gleichwahrscheinlich und damit fair sind. Viele Entscheidungsfragen sind Ja-Nein-Fragen und damit eignet sich so ein Münzwurf perfekt.

Es gilt für den Münzwurf also:
Ω = {"Kopf", "Zahl"} mit
P("Kopf") = 0,5 = 50%
P("Zahl") = 0,5 = 50%

Satz der totalen Wahrscheinlichkeit

Rechnet man die Wahrscheinlichkeiten von jedem einzelnen Ergebnis eines Zufallsexperiments zusammen, erhält man 1 oder 100%.

Fortsetzung Münzwurf

P("Kopf") + P("Zahl") = 0,5 + 0,5 = 1
oder
P("Kopf") + P("Zahl") = 50% + 50% = 100%


ein bisschen Statistik

Und Wurf!

Paul und Leon wollen wissen, wie oft sie beim Basketball aus einer gewissen Entfernung den Korb treffen und wie oft nicht. Deswegen machen sie folgendes:
Paul stellt sich mit dem Ball vor den Korb und wirft 5 mal. Leon stellt sich mit einem Zettel und einen Stift daneben und macht jedes mal, wenn Paul trifft einen Strich.

Es ergibt sich folgende Tabelle:
Ergebnis Anzahl
Treffer3
kein Treffer2
Unter Anzahl stehen jetzt die absoluten Häufigkeiten der Messung.

absolute Häufigkeit

Die absolute Häufigkeit beschreibt die genaue statistische Anzahl eines Ergebnisses einer Messung.

relative Häufigkeit

Die relative Häufigkeit beschreibt das Verhältnis der absoluten Häufigkeit eines Ergebnisses zu allen gemessenen Ergebnissen - also zum Ganzen. Dabei gilt:
relative Häufigkeit (x) = absolute Häufigkeit (x) : Anzahl aller gemessenen Werte

Fortsetzung Und Wurf!

Mit den eben genannten Werten ergeben sich folgende relative Häufigkeiten
(absolute Häufigkeit : 5)
Ergebnis abs. Häufigkeit relative Häufigkeit
Treffer30,6
kein Treffer20,4

relative Häufigkeiten in %

Genauso wie bei den Wahrscheinlichkeiten kann man auch die relativen Häufigkeiten in Prozent angeben. Damit sähe unsere Tabelle dann so aus:
Ergebnis abs. Häufigkeit relative Häufigkeit
Treffer360%
kein Treffer240%

Aber Moment mal! Dann könnte man doch bestimmt sagen, dass die relative Häufigkeit eines Ergebnis auch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das Ergebnis auftritt? Also die Wahrscheinlichkeit, dass Paul trifft wäre doch dann hier 60% oder?

Leider nein!

Werfen bis zum abwinken

Jetzt will es Paul wissen. Wenn das ja stimmen sollte, dann ja auch bei 20 oder sogar 100 Würfen. Deswegen wirft er nun 100 statt nur 5 mal und Leon schreibt fleißig mit. Es ergibt sich folgende Tabelle:
Ergebnis abs. Häufigkeit relative Häufigkeit
Treffer300,3
kein Treffer700,7

Das gibt es doch nicht! Bei 100 Würfen hat Paul nur 30 mal getroffen. Das entspricht ja dann einer Wahrscheinlichkeit von 30%. Wie lässt sich dass den jetzt erklären? Eben waren es doch noch ganze 60% ?

Gesetz der großen Zahlen

Die Wahrscheinlichkeit eines Zufallsereignis lässt sich statistisch nur annähernd bestimmen. Je häufiger dabei ein Experiment durchgeführt wird und desto genauer ist die relative Häufigkeit als Wahrscheinlichkeit aufzufassen.

Äh was?!

Das bedeutet, je mehr Werte wir haben, desto eher stimmt die relative Häufigkeit mit der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit überein. Und es können nicht genug Werte sein. Je mehr, desto besser! Das gilt hier wirklich.

Also ist es tatsächlich Wahrscheinlicher, dass Paul den Korb bei ganz vielen Würfen verfehlt, als dass er ihn trifft. Schade!


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